Zukunftsplan Pflege: Dreisprachiges Altenwohn- und Pflegeheim in Schandorf

23.05.2019

Ende März wurde der burgenländische ‚Zukunftsplan Pflege‘ präsentiert. Nun beginnt das Land mit der schrittweisen Umsetzung dieser Maßnahmen. Neben dem Ausbau bestehender Einrichtungen, sollen auch drei neue Altenwohn- und Pflegeheime errichtet werden - eines davon mit 60 Plätzen in Schandorf im Bezirk Oberwart. Details dazu wurden heute von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Soziallandesrat Christian Illedits und Bürgermeister Werner Gabriel in Schandorf bekanntgegeben. „Die Wahl ist insofern auf Schandorf gefallen, weil wir hier - anders als bei anderen Pflegeheimen - eine Besonderheit realisieren. Wir werden nämlich hier ein dreisprachiges Pflegeheim - Kroatisch, Ungarisch, Deutsch - errichten. Das gibt es in dieser Form, in dieser Ausprägung, in dieser Dreisprachigkeit im Burgenland noch nicht. Damit wird der Vielfalt und den Volksgruppen des Burgenlands auch im Bereich der Altenpflege Rechnung getragen“, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Daher wird auch das Personal des künftigen Altenwohn- und Pflegeheimes dreisprachig sein. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich ältere Menschen in ihrer Entwicklung wieder an ihre Muttersprache zurückerinnern und sich eigentlich in ihrer Muttersprache unterhalten. Das ist im Burgenland sehr oft Kroatisch und Ungarisch. Deshalb ist es besonders wichtig, auch für Personen aus unseren Volksgruppen der Burgenlandkroaten und der Ungarn, die gerade auch in dieser Region tiefst verwurzelt sind, ein passendes Altenpflegeangebot zu haben“, betonte Soziallandesrat Christian Illedits.

Dem Konzept der interprofessionellen Wohneinrichtung des Zukunftsplans Pflege folgend, werden dabei auch 12 Plätze des Altenwohn- und Pflegeheimes so ausgestattet sein, dass diese nicht nur zur Pflege und Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen, sondern im Bedarfsfall auch für Menschen mit Behinderung genutzt werden können. Das neue Altenwohn- und Pflegeheim soll rund 100 Arbeitsplätze bringen. Die Gemeinde stellt das erforderliche Grundstück im Bereich des Sportplatzes zur Verfügung. Für die 270 Einwohner zählende Gemeinde Schandorf bedeutet das Projekt, so Bürgermeister Werner Gabriel, einen großen wirtschaftlichen Aufschwung: „Dieses künftige Altenwohn- und Pflegeheim ist für Schandorf natürlich ein großer sozialer und auch wirtschaftlicher Erfolg. Es wird aber nicht nur bei den Arbeitsplätzen einen Impuls geben, sondern es werden wahrscheinlich auch die umliegenden Betreibe sehr stark davon profitieren.“ Die Errichtung des Heims wird in etwa 8,5 Millionen Euro kosten. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2020 geplant, die Bauzeit wird rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Als Bauträger wird die Oberwarter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) fungieren. Voraussichtlicher Betreiber ist der Arbeiter-Samariter-Bund Burgenland.

Insgesamt umfasst der ‚Zukunftsplan Pflege‘ 21 Maßnahmen. Doskozil dazu abschließend: „Darunter sind zwei, mit denen wir völlig neue Wege gehen. Zum einen ist dies das Anstellungsmodell für Menschen, die Angehörigen betreuen, zum anderen ist das die ‚Gemeinnützigkeit‘ als Grundprinzip. Es wird intensiv an der Umsetzung gearbeitet, den die Themen Pflege und Mindestlohn werden auch die Schwerpunkte unserer Regierungsklausur Mitte Juni sein. Bis Oktober dieses Jahres sollen dann alle Maßnahmen finalisiert, die erforderliche legistische Basis gelegt und auch die erforderlichen Beschlüsse gefasst sein. Das war und ist auch ein wesentlicher Grund für die Vorgangsweise bei der Festlegung des Wahltermins 26. Jänner 2020, denn dieser Pflegeplan und die Umsetzung des Mindestlohns darf keiner Wahltaktik geopfert werden.“

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