Doskozil als erster burgenländischer Landeshauptmann in Slowenien

24.07.2019
Doskozil: „Nachdem ich heute erst erfahren habe, dass es mindestens 25 Jahre her ist, dass ein burgenländischer Politiker offiziell in Slowenien war, kann ich nur sagen: Es war höchste Zeit.“ 

„Es ist besonders wichtig, dass man zu seinen Nachbarn – dazu zählt Slowenien – gute Kontakte pflegt, dass man sich austauscht, dass man weiß, wie denkt der Nachbar, um hier, in dieser zentralen Lage Europas, gut miteinander umgehen zu können“, erklärte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Obwohl Slowenien sich mit dem Burgenland eine immerhin 15 Kilometer lange Grenze teilt, ist Doskozil seit Erlangung der Unabhängigkeit des Landes vor 25 Jahren der erste burgenländische Politiker, der diesem südlichen Nachbarland einen offiziellen Besuch abstattet. Doskozil dazu: „Nachdem ich heute erst erfahren habe, dass es mindestens 25 Jahre her ist, dass ein burgenländischer Politiker offiziell in Slowenien war, kann ich nur sagen: Es war höchste Zeit.“ 
 
Staatspräsident Borut Pahor betonte seinerseits, man sei sich sehr wohl der wichtigen Rolle bewusst, die Österreich im Prozess der Unabhängigwerdung Sloweniens gespielt habe, und fühle sich Österreich deshalb in besonderer Weise verbunden. Landesrat Christian Illedits erklärte in diesem Zusammenhang: „Dass wir als erste burgenländische Delegation hier in Slowenien sind, ist wichtig und stärkt die Beziehung zu Slowenien.“
 
Neben grenzüberschreitender Zusammenarbeit und EU-Positionen sowie verkehrspolitischen Maßnahmen, Pflege und Gesundheit war die illegale Migration, gegen die Slowenien verstärkt vorgehen will, ein Hauptthema der Gespräche im Präsidentenpalast in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Dazu erklärte Landeshauptmann Doskozil:
„Wenn wir über Migration diskutieren, dann wiederholt sich für mich vieles aus der Zeit vor 2015. Das bestätigt mich in der Ansicht, dass man sehr wenig aus dieser Migrationskrise gelernt hat – europäisch gesehen, aber auch in Österreich – wenn man hier in nationalen Mechanismen denkt und nicht das große Gemeinsame in Europa vorantreibt.“
Für Doskozil habe sich in den Gesprächen weiters bestätigt, „wie wichtig es ist, auf europäischer Ebene dafür zu sorgen, dass es eine klare und deutliche Sprache in Sachen Außenbeziehungen gibt.“
 
Nach Staatspräsident Pahor traf sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil auch mit Parlamentspräsident Dejan Židan sowie der Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Simona Repar Bornšek, und informierte sich über die Interreg-Projekte INNOVET, das die duale Ausbildung von Fachkräften in der Metallverarbeitung zum Ziel hat, und EUREVIT, das die Wiederbelebung alten Handwerks zum Ziel hat und sich an ältere Arbeitslose richtet. Illedits dazu: „Diese Projekte sind eine Bereicherung für den slowenischen Arbeitsmarkt. Daher freue ich mich umso mehr, dass auch das Burgenland hier seinen Teil beitragen kann.“
 
Weiters auf dem Programm der bis Mittwoch dauernden Slowenienreise stehen eine Besichtigung der Interreg-Projekte „Digital Life for Central Europe“ und „Coop4Healthcare“ im Technologiepark Ljubljana sowie Arbeitsgespräche mit Kohäsionsminister Iztok Purič und Justizministerin Andreja Katič.
+
Video im Thema ""