Wie wir die wohnortnahe ärztliche Versorgung sichern

25.10.2019
Der offizielle Start für einen besonders innovativen Bestandteil des von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil geschnürten Maßnahmenpaketes zur Absicherung der ärztlichen Versorgung ist erfolgt: Vergangene Woche haben die ersten jungen Burgenländerinnen und Burgenländer, die für einen kostenlosen Studienplatz an der Danube Private University (DPU) ausgewählt wurden, ihr Medizinstudium begonnen. Statt wie geplant fünf Studierende konnte das Burgenland-Kontingent nun - ohne Zusatzkosten für das Land - sogar um einen sechsten Studienplatz erweitert werden. „Das ist ein Meilenstein in der burgenländischen Gesundheitspolitik: Erstmals bietet das Burgenland für Burgenländer finanzierte Medizin-Studienplätze an, die in der Folge auch im Burgenland arbeiten werden“, hatte LH Doskozil schon bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land Burgenland, KRAGES und der Danube Private University im Juni betont.  
 
Die sechs angehenden Jung-MedizinerInnen wurden aus einem Kreis von mehr als 30 BewerberInnen aufgrund der im Rahmen eines Auswahlverfahrens von der DPU ermittelten Reihung ausgewählt. Konkret betrifft die Kooperation zwischen Land Burgenland und DPU, die mit 1. Juli 2019 in Kraft trat, den Konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang Humanmedizin an der DPU Krems mit einer Studiendauer von 6 Jahren (plus 2 Toleranzsemester). Die Abwicklung und Finanzierung der Studiengebühren erfolgt durch eine interne Regelung zwischen Land und DPU – für die Studierenden fallen keine Kosten an. Sie müssen sich aber vertraglich verpflichten, nach Absolvierung ihres Studiums fünf Jahre lang den Arztberuf im Burgenland auszuüben – entweder in einer burgenländischen Krankenanstalt oder als Kassenvertragsarzt im Landesgebiet. Laut Kooperationsvereinbarung soll es für das Studienjahr 2020/21 fünf weitere kostenlose Studienplätze für Burgenländer geben. 
 
Eigentlich sei die Schaffung von Medizin-Studienplätzen Sache des Bundes, rief Landeschef Doskozil in Erinnerung. Ein akutes Problem sei, dass viele Mediziner aus EU-Staaten auf Kosten des Steuerzahlers ausgebildet werden, danach aber nicht in Österreich arbeiten: „Die nächste Bundesregierung, egal wie sie politisch zusammengesetzt ist, muss dieses Thema endlich angehen. Wir nutzen aber, weil wir nicht solange warten können, im eigenen Verantwortungsbereich alle Spielräume, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können“, betonte Doskozil. Das dafür vorgesehene Förderpaket umfasst über die kostenlosen Medizinstudienplätze hinaus folgende Maßnahmen: 
  
·    Ordinationsförderung für Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag (bis zu 60.000 Euro/Sockelbetrag: 20.000 Euro plus Zuschläge)
 
·    Förderungen für Studierende (300 Euro/Monat ab 3. Studienjahr) und Turnusärzte (500 Euro/Monat) 
 
·    kostenlose Vorbereitungskurse für die MedUni-Aufnahmeprüfung. 
 
    ·  Zuletzt wurde die Ordinationsförderung des Landes auch auf Fachärzte mit Kassenvertrag ausgeweitet – hier gibt bis zu 30.000 Euro von Landesseite (plus denselben Betrag von der jeweiligen Sitzgemeinde) 
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