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Land Burgenland setzt zahlreiche Initiativen gegen den Ärztemangel

19.08.2020
LH Doskozil: „Setzen Maßnahmen, um auch in Zukunft eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau zu gewährleisten“

Laut aktuellen Daten der Burgenländischen Gebietskrankenkasse gehen im Burgenland in den nächsten Jahren ca. 60% der Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin in Pension. Das Land Burgenland setzt nun zahlreiche Maßnahmen, um einem Ärztemangel entgegenzuwirken. Landeshauptmann Doskozil, in der Landesregierung für den Gesundheitsbereich zuständig, setzt dabei auf einen gezielten Maßnahmenmix: „Wir konzentrieren uns einerseits mit verschiedenen Maßnahmen auf die Gewinnung von Jungärztinnen und -ärzten und andererseits fördern wir die Niederlassung in den Gemeinden, um die Gründung bzw. Übernahme von Ordinationen attraktiver zu machen. Ziel ist es, den Burgenländerinnen und Burgenländern auch zukünftig eine moderne, wohnortnahe und bestens ausgebaute Gesundheitsversorgung bereitzustellen.“
 
 
Vorbereitungskurse für den Aufnahmetest zum Medizinstudium 
Bereits zum vierten Mal bietet die FH Burgenland im Auftrag des Burgenländischen Gesundheitsfonds (BURGEF) an ihren Standorten in Pinkafeld und Eisenstadt Vorbereitungskurse für interessierte MaturantInnen an. Heuer wurde der Vorbereitungskurs erstmals ausgeweitet und umfasste nun insgesamt neun Kurstage. 75 Teilnehmer nahmen heuer dieses Angebot an, der Kurs fand aufgrund der Coronavirus-Krise online statt. 
 
 
Stipendien für ein Medizinstudium an der Danube Private University (DPU)
Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung vergibt das Land Burgenland Stipendien an junge Menschen, die ihren Hauptwohnsitz seit mindestens zwei Jahren im Burgenland haben. Das Land übernimmt die Förderung für sechs Studierende pro Studienjahr, die Auswahl richtet sich nach deren Platzierung im vorangegangen Zulassungsverfahren der DPU. Nach Abschluss des Studiums müssen Absolventen für mindestens fünf Jahre in einer burgenländischen Krankenanstalt oder als Kassenvertragsärztin oder -arzt im Land Burgenland tätig sein. „Das ist ein Meilenstein in der burgenländischen Gesundheitspolitik: Erstmals bietet das Land finanzierte Medizin-Studienplätze für Burgenländerinnen und Burgenländer an, die in der Folge auch im Burgenland arbeiten werden“, so der Landeshauptmann. 
 
Nähere Informationen zur Antragstellung und zu Fördervoraussetzungen sowie Antragsformulare unter: https://www.burgenland.at/themen/gesundheit/medizinerinnen-und-medizinerfoerderungen/stipendien-fuer-ein-studium-an-der-danube-private-university/ 
 
Stipendien für Medizinstudierende, Turnusärztinnen und Turnusärzte
Mit einem Stipendium in der Höhe von 300 Euro monatlich, für längstens 48 Monate, fördert das Land die Ansiedelung von Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin im Burgenland. Ziel des Förderprogrammes ist es, Medizinstudierende sowie Turnusärztinnen und Turnusärzte frühzeitig für eine spätere Tätigkeit im ländlichen Raum zu motivieren, um auch in Zukunft eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau zu gewährleisten. 
 
 
Ordinationsförderung für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner
Ein weiterer Teil des Maßnahmenpakets ist die Ordinationsförderung für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner. Ziel des Förderprogrammes ist es, die Gründung bzw. Übernahme von Ordinationen durch Fachärztinnen und Fachärzte finanziell zu unterstützen. Gefördert werden alle im Zusammenhang mit der Neugründung oder Übernahme einer bestehenden Kassenvertragsstelle notwenigen Maßnahmen, wie zum Beispiel vorzunehmende Umbauten oder technische bzw. medizinische Ausstattung. Jeder förderwürdigen Person wird ein Sockelbetrag von 20.000 Euro gewährt, bei Ausschöpfung aller möglicher Zuschläge liegt die mögliche Förderung bei insgesamt 60.000 Euro. 
 
„Ich freue mich, dass dieses Angebot so gut angenommen wird. Seit Beginn der Initiative wurden elf Ordinationsförderungen mit einer Gesamthöhe von 380.000 Euro vergeben.“, so Landeshauptmann Doskozil. 
 
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