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Mediziner-Nachwuchs für den ländlichen Raum: Zweites „Burgenland-Kontingent“ beginnt Studium

25.09.2020
LH Doskozil: "Sechs weitere Stipendiaten aus dem Burgenland werden ab Oktober zu Ärzten ausgebildet."

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt, um für Jungärzte-Nachwuchs im Burgenland zu sorgen. Ein besonders innovativer Bestandteil dieses Paketes geht heuer in sein zweites Jahr: Gemeinsam mit der Danube Private University (DPU) in Krems wird seit 2019 jährlich ein Kontingent von kostenlosen Studienplätzen für junge Burgenländerinnen und Burgenländer angeboten, die an der DPU Medizin studieren können. Nun haben die nächsten 6 Studierenden ihr Stipendium zugesagt bekommen und werden im Oktober das Studium beginnen. Insgesamt sind dann damit bereits 12 angehende MedizinerInnen im Rahmen dieses Modells in Ausbildung. „Vom Burgenland finanzierte Medizin-Studienplätze für Burgenländer, die dann als Ärzte auch im Burgenland arbeiten werden – das ist langfristig sicher eine besonders nachhaltige Maßnahme zur Absicherung der ärztlichen Versorgung in unserem Bundesland. Dieses Projekt ist ein Meilenstein der burgenländischen Gesundheitspolitik“, ist LH Doskozil überzeugt. 
 
Die sechs angehenden Jung-MedizinerInnen wurden im Rahmen eines Auswahlverfahrens aufgrund einer von der DPU ermittelten Reihung ausgewählt. Konkret betrifft die Kooperation zwischen Land Burgenland und DPU, die mit 1. Juli 2019 in Kraft trat, den Konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang Humanmedizin an der DPU Krems mit einer Studiendauer von 6 Jahren (plus 2 Toleranzsemester). Die Abwicklung und Finanzierung der Studiengebühren erfolgt durch eine interne Regelung zwischen Land und DPU – für die Studierenden fallen keine Kosten an. Sie müssen sich aber vertraglich verpflichten, nach Absolvierung ihres Studiums fünf Jahre lang den Arztberuf im Burgenland auszuüben – entweder in einer burgenländischen Krankenanstalt oder als Kassenvertragsarzt im Landesgebiet. Laut Kooperationsvereinbarung werden für das nächste Studienjahr weitere 5 Studienplätze ausgeschrieben. 
 
Eigentlich sei die Schaffung von Medizin-Studienplätzen Sache des Bundes, rief LH Doskozil in Erinnerung. „Wir nutzen im Burgenland aber alle Spielräume, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung trotz einer bevorstehenden Pensionierungswelle bei Landärzten auch für die Zukunft gewährleisten zu können“, so der Landeshauptmann. Das Maßnahmenpaket des Landes umfasst außerdem Ordinationsförderungen für Allgemeinmediziner und Fachärzte, Förderungen für Studierende und Turnusärzte sowie kostenlose Vorbereitungskurse für die MedUni-Aufnahmeprüfung. 
 
Doskozil bekräftigte in diesem Zusammenhang auch ein weiteres Vorhaben: „Wenn eine Kassenstelle für einen Facharzt von der Gesundheitskasse nach zweimaliger Ausschreibung nicht besetzt werden kann, wird sich die KRAGES darum bewerben und ‚einspringen‘. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gesundheitskasse diese Stelle als Primärversorgungseinheit ausschreibt – denn nur dann kann die KRAGES aktiv werden.“ Diese Maßnahme ist auch im Arbeitsprogramm der neuen Landesregierung, dem „Zukunftsplan Burgenland“, verankert und soll 2021 starten.
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