SPÖ Burgenland

Das Burgenland bietet sich als Tourismus-Testregion für ganz Österreich an

07.02.2021
Neuerliche Forderung nach Öffnung der Hotels am 1. März und neuer Vorschlag

Gemeinsam mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil fordert Didi Tunkel, Chef von Burgenland Tourismus, einen ersten Öffnungsschritt im Tourismus am 1. März. Diese Position wird nun mit einem neuen Vorschlag untermauert: Das Burgenland bietet sich mit seinen Thermenhotels als Testregion an – mit Verweis auf ein ähnliches Modell in Israel. Das Land Burgenland und die Hotels stehen hinter diesem innovativen Vorschlag.
 
„Wir bieten der Bundesregierung unsere Hilfe an, Daten für eine gut geplante und schrittweise Öffnung der Hotellerie nach dem Lockdown zu bekommen“, sagt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und erklärt: „Wir im Burgenland sind bereit, mit unseren Thermenhotels als Testgebiet zu agieren und wertvolle Informationen zu liefern, die für eine weitere Strategie für ganz Österreich nötig und hilfreich sind. Klar ist jedenfalls, dass der Tourismus endlich eine Perspektive braucht. “
 
Die Forderung nach einer baldigen Öffnung der Beherbergungsbetriebe wurde vom Burgenland schon vor diesem neuen Gedanken bei der letzten Bund-Länder-Konferenz vorgebracht, jedoch von den anderen Partnern abgelehnt. „Das bestätigt meiner Meinung nach die große Verunsicherung, wenn es um das Öffnen von Tourismusbetrieben geht. Umso wichtiger ist, dass wir diese Stagnation durch neue Denkansätze aufbrechen“, so Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel: „Die volle Unterstützung des Landeshauptmannes für wegweisende Ideen ist da – das beweisen Erfolgsmaßnahmen wie das Bonusticket, das übrigens noch bis 5. April gilt, oder die Corona-Versicherung. Und diese volle Unterstützung gibt es auch für unser neues Testphasen-Modell.“
 
Sicherheitskonzepte bereit zur Umsetzung, Feedback von jedem Gast als Datengrundlage
Die Betriebe im Burgenland haben in den vergangenen Monaten viel Arbeit in praxistaugliche Sicherheitskonzepte gesteckt. Neben weiteren umfassenden und engmaschigen Test der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es wichtig, dass das Testen für die Gäste kostenlos und unkompliziert sein soll. „Schon vorab würden wir die Gäste mit einer breiten Infokampagne thematisch abholen“, so Tunkel, „Teststraßen sind in Gehdistanz zu den Thermenhotels oder auf den Parkplätzen vorgesehen, sowohl Stationen als auch DriveIn-Tests. Das Ergebnis kommt per SMS, danach folgt der Check-In im Hotel oder der Thermeneintritt.“ Die Gültigkeit für den Test gibt Tunkel mit der Dauer des Aufenthaltes an.
 
Werner Cerutti, Geschäftsführer der Sonnentherme Lutzmannsburg sagt: „Das gesamte Resort-Personal befindet sich seit Juli 2020 im Testprogramm der Bundesregierung und wird wöchentlich getestet, ein weiterer täglich Antigentest wäre möglich.
 
Didi Tunkel würde von Seiten Burgenland Tourismus interessante zusätzliche Services anbieten: „Um der Bundesregierung noch mehr Informationen und Daten für die Diskussion über die weitere Vorgehensweise liefern zu können, rufen wir einige Tage nach dem Aufenthalt jeden einzelnen Gast an und holen uns Feedback. Wir fragen zum Beispiel nach der Gesundheit und nach dem Eindruck zu den Corona-Maßnahmen. Wir könnten aber auch nach den Auswirkungen des Kurzurlaubs auf die Psyche fragen.“ Natürlich würde das Okay der Gäste vorab eingeholt, ergänzt Tunkel, der selbst 30 Jahre in der Privatwirtschaft tätig war und mit den Unternehmerinnen und Unternehmern leidet.
 
Breite Unterstützung vom und im Land
Mit seinem Vorschlag, im Burgenland einen Testbetrieb hochzufahren, ist Tunkel bei Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sofort auf offene Ohren gestoßen. „Wir sind für eine Öffnung mit Augenmaß. Daher sind wir auch gerne bereit, den Vorschlag von Burgenland Tourismus, in unserem Bundesland die hervorragenden Sicherheitskonzepte im laufenden Betrieb zu testen, voll und ganz zu unterstützen“, so Doskozil. Diese Unterstützung besteht beispielsweise darin, die Kosten der Corona-Tests in den Tourismusgemeinden in der Testphase zu übernehmen. „Den Betrieben sollen hier so wenige Hürden wie möglich entstehen“, so der Landeshauptmann. Nach einer erfolgreichen Testphase und der Implementierung der Konzepte in einen „Vollbetrieb“ sieht Doskozil den Bund gefordert, bezüglich Testkosten aktiv zu werden.
 
„Fahren auf Sicht“ - Burgenländische Top-Hotels übernehmen „Laborfunktion“
Für das Burgenland als Testmarkt spreche laut Tunkel vor allem die gut mögliche Abgrenzbarkeit der Betriebe. Er schlägt auch nicht pauschal eine Öffnung aller Betriebe vor, sondern zunächst sollen gewerbliche Hotels in den Thermenorten Stegersbach, Bad Tatzmannsdorf, Lutzmannsburg und Frauenkirchen geöffnet werden, die auch schon umfassende Corona-Sicherheitskonzepte erarbeitet haben. „Hier geht es um eine übersichtliche Zahl von Hotels“, erläutert Tunkel.
 
Tunkel hat die Idee mit „seinen“ Hoteliers auch schon besprochen und weiß sich mit allen auf einer Linie. „Wir sind gegen eine Ho-Ruck-Aktion, sondern wollen nach dem Motto ‚Aufsperren und Aufpassen!‘ eine bedachte Vorgehensweise. Es macht keinen Sinn, unüberlegt zu schnell zu öffnen und sehenden Auges in den nächsten Lockdown zu laufen. Aber es macht auch keinen Sinn, tatenlos zu warten. Die Lösung ist, es zu versuchen und ganz genau hinzusehen – wir Burgenländer übernehmen für Österreich die Laborfunktion. Streng begleitet von den Gesundheitsbehörden. Wenn es auffällig viele Infektionen gibt, werden Maßnahmen besprochen, die bis zu einer erneuten Schließung gehen können. Sozusagen fahren auf Sicht. Wir würden das Risiko übernehmen, hier greift auch die Corona-Versicherung, die wir im Burgenland seit Herbst jedem Gast kostenlos anbieten und die bis 30. April noch gilt.“ Tunkel führt auch an, dass es für die Öffnung eine Vorlaufzeit braucht: „Eine Woche bis 10 Tage vorher müssten unsere Hoteliers Bescheid wissen“, erläutert er.
 
Der Burgenland Tourismus-Geschäftsführer führt weitere Argumente an: „Ins Burgenland kommen hauptsächlich Gäste aus Österreich, eine Öffnung wäre sowohl für sie, aber auch für die Kolleginnen und die Kollegen aus dem Tourismus ein Hoffnungsschimmer in dieser belastenden Zeit. Außerdem geht unseren Betrieben das Geld aus, auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wandern ab. Ob es wirtschaftlich ist, weiß niemand. Aber unsere Kolleginnen und Kollegen wollen arbeiten!“
 
Johann Haberl vom Hotel Larimar in Stegersbach bringt die Forderung der Hoteliers auf den Punkt: „Wir möchten am 1. März unter dem Motto ‚Aufsperren und Aufpassen‘ wieder eröffnen.“ Unterstützung kommt auch von der Österreichischen Hoteliervereinigung. Präsidentin Michaela Reitterer: „Wir alle brauchen dringend eine Perspektive, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Branche hat im Sommer eindrucksvoll bewiesen, dass Hygiene- und Sicherheitskonzept perfekt umgesetzt werden können.“
 
Beispielregionen in Israel
„Unsere Bundesregierung hat auffällig oft betont, wie eng man im Kontakt mit Premierminister Netanjahu steht und wie eng man sich abstimmt. Ich wünsche mir, dass über En Bokek und Eilat gesprochen wird“, weist Didi Tunkel auf Israel hin, wo das Parlament für zwei Tourismusgebiete Sonderregelungen beschlossen hat: En Bokek am Toten Meer und Eilat am Roten Meer. Dort genießen Gäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Stück Urlaubs-Normalität. „Zwar unter hohen Sicherheitsvorkehrungen, aber immerhin“, so Tunkel.
 
Wie geht es weiter? „Nicht die gesamte Hotellerie in einen Topf werfen!“
Didi Tunkel ist sich der schwierigen Corona-Perspektive bewusst: „Das Virus wird nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Wir werden lernen müssen, mit ihm nicht nur zu leben, sondern auch unsere Arbeit daran anzupassen. Alles, was wir nun austesten, jede Erfahrung, die wir in den kommenden Wochen sammeln, hilft uns für den Sommertourismus – nicht nur im Burgenland, sondern in ganz Österreich.“
 
Die Situation im Burgenland sei seiner Einschätzung nach dramatischer als im Rest Österreichs: „Ich habe das Gefühl, dass je näher das Ende des Winters im Lockdown kommt, umso leiser werden in den Skigebieten die Rufe nach der Öffnung der Hotels. Das ist logisch und verständlich. Der Stadthotellerie bringt die Öffnung im Moment auch nichts, da die Grenzen zu sind. Ich finde es fahrlässig und ungerecht, wenn die gesamte Hotellerie in einen Topf geworfen wird. Hier appelliere ich auch an die Tourismusministerin, der die großen Unterschiede bewusst sein müssen.“
 
Den Vorschlag aus dem Burgenland sieht der Tourismus-Chef auch durch das jüngst veröffentliche Strategiepapier 2021 der Wirtschaftskammer Sparte Hotellerie auf einer Linie. Darin heißt es, Ziel müsse es sein, Betrieben die Nachfrage generieren können, ein abgesichertes Öffnungsszenario auch während der weiteren Pandemiephase zu bieten.
 
Corona-Sicherheitsmaßnahmen – die Konzepte stehen
Neben den bekannten Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf Abstand und kontaktlose Dienstleistungen können folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
• FFP2 Maskenpflicht für Gäste und MitarbeiterInnen
• Gäste: Schnelltest vor dem Check-in im Hotel (vorgelagerte Station)
• MitarbeiterInnen: zwei bis drei PCR-Tests wöchentlich, täglicher Antigen-Test
• In jeder Therme und Hotels bestehen extrem hohe Hygiene und Sicherheitsstandards Zufahrten zu den Thermen und ihre Hotels sind gut kontrollierbar (siehe Beispiel Israel)
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