Landesmedienservice Burgenland

Land Burgenland und KRAGES unterstützen Gemeinden bei Ärztemangel

18.03.2021
Gespräche mit Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zu Pilotprojekt in Weppersdorf – Dislozierte Ambulanz des Krankenhauses Oberpullendorf soll die Versorgung sicherstellen, bis eine Allgemeinmedizinerin oder ein Allgemeinmediziner gefunden wird – Gattendorf könnte als weitere Gemeinde folgen

Das Land Burgenland und die Burgenländische Krankenanstalten-GmbH wollen Gemeinden unterstützen, für die seit längerem keine Hausärztin bzw. kein Hausarzt gefunden werden kann. Dazu laufen seit einiger Zeit Gespräche mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Diese schreibt die Kassenstellen aus. Geplant ist, dass die KRAGES eine dislozierte Ambulanz mit Spitalspersonal des nächstgelegenen Krankenhauses betreibt – so lange, bis sich eine Allgemeinmedizinerin oder ein Allgemeinmediziner für die Gemeinde findet. Derzeit wird über eine dislozierte Ambulanz des Krankenhauses Oberpullendorf in Weppersdorf als Pilotprojekt gesprochen. Eine weitere wäre später in Gattendorf möglich, die wiederum vom Krankenhaus Kittsee betrieben werden könnte. 
 
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Aufsichtsratsvorsitzender der KRAGES und Spitalsreferent, sagt: „Wir haben im Burgenland ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Absicherung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung geschnürt – von Ordinationsförderungen bis hin zu Stipendien für Jungmedizinerinnen und -mediziner. Darüber hinaus haben wir im Regierungsprogramm auch versprochen, dass bei Kassenstellen, die trotz mehrfacher Ausschreibung nicht besetzt werden können, die KRAGES einspringen soll. Das setzen wir jetzt, wie angekündigt, um. Im Burgenland sind fünf Spitalsstandorte garantiert. Ebenso wichtig ist mir, dass möglichst viele Menschen mit hausärztlichen Leistungen in ihrem Wohnort versorgt sind.“ Derzeit werde das Projekt in Gesprächen mit den beteiligten Partnern finalisiert und danach der Öffentlichkeit präsentiert, so der Landeshauptmann. 
 
Hubert Eisl, Geschäftsführer der KRAGES, ergänzt: „Die KRAGES plant, als Übergangslösung in Form einer dislozierten Ambulanz eine Gemeinde so lange bei der Versorgung zu unterstützen, bis sich ein niedergelassener Allgemeinmediziner gefunden hat. Die offenen Kassenstellen sollen daher von der ÖGK auch weiter ausgeschrieben werden. Eine dauerhafte Übernahme der Leistungen des niedergelassenen Bereichs ist nicht geplant. Auch für unsere Krankenhäuser suchen wir Ärztinnen und Ärzte. Wir helfen aber im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten gerne mit, die wohnortnahe Versorgung übergangsmäßig aufrecht zu erhalten. Mit der ÖGK sprechen wir derzeit über Rahmenbedingungen, mögliche Orte und die Finanzierung.“ 
 
In Weppersdorf läuft derzeit die Standortevaluierung. Sobald der Standort feststeht, kann auch gemeinsam mit den Partnern ein Starttermin festgelegt werden. Die nächste dislozierte Ambulanz in Gattendorf soll nach Start des Pilotprojektes in Abstimmung mit Land und Gesundheitskasse entstehen.
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