Landesmedienservice Burgenland

Präsentation der Bioland Burgenland eGen

31.05.2021
LH Doskozil: „Neue Bio-Vermarktungsgenossenschaft soll eine nachhaltige Versorgung mit biologischen und regionalen Lebensmitteln im Land etablieren und heimischen Landwirten neue Ertragschancen bieten“

Das Burgenland soll zu einem Bio-Vorzeigeland in Europa werden. Eine eigene Bio-Vermarktungsgenossenschaft, die gestern von LH Hans Peter Doskozil und LH-Stv.
in Astrid Eisenkopf im Martinsschlössl in Donnerskirchen vorgestellt wurde, soll dabei entscheidende Impulse bringen. „Die neue Vermarktungsgenossenschaft „Bioland Burgenland eGen“ soll eine nachhaltige Versorgung mit biologischen und regionalen Lebensmitteln im Land etablieren und den heimischen Produzenten und Landwirten Planbarkeit geben. Durch den Wegfall von Zwischenhändlern und überregionalen Händlern können über die Genossenschaft hochwertige, biologische Lebensmittel zu fairen Preisen angeboten werden“, betonte Doskozil bei der Präsentation. Die neue Genossenschaft ist ein rein privates Unternehmen, als Geschäftsführer wurde Hannes Anton bestellt. 
 
Das Burgenland soll österreichweit eine Modellregion im Bereich von Bio verknüpft mit Regionalität werden. Bereits im Jahr 2019 hat das Land die Biowende eingeleitet, seither konnten die Bioflächen von 31% auf 37% erhöht werden. 180 Betriebe haben bisher die burgenländische Bio-Umstellungsprämie in Anspruch genommen „Die Biowende ist ein zentraler Punkt im Regierungsprogramm. Mit dem Start der neuen Bio-Vermarktungsgenossenschaft erfolgt jetzt der nächste entscheidende Schritt bei der Umsetzung. Mit der Genossenschaft können kurze Versorgungsketten für burgenländische Bio-Erzeugnisse zwischen Produzenten und Betreibern einer Gemeinschaftsverpflegung realisiert werden. Um die Biowende weiter zu forcieren und vor allem auch nachhaltig abzusichern, braucht es neue Absatzmöglichkeiten für die Produzenten und bäuerliche Direktvermarkter“, hob der Landeshauptmann hervor. 
 
Zum neuen Geschäftsführer sagte Doskozil, mit Hannes Anton habe die Genossenschaft einen profunden Kenner und Experten für die Leitung dieser Genossenschaft gefunden. Bei der neuen Bio-Vermarktungsgenossenschaft handelt es sich um ein rein privates Unternehmen. Der neue Geschäftsführer Hannes Anton erklärte, dass sich „die kurzen Versorgungswege beim Preis niederschlagen werden – sowohl für die Konsumenten als auch für die Genossenschaftsmitglieder“. Ein weiterer Vorteil sei laut Hannes Anton auch, den Bio-Produzenten die Chance und auch Perspektive geben, etwas Neues zu produzieren. 
 
Im Burgenland gebe es aktuell 1.125 Bio-Betriebe, merkte LH-Stv.in Astrid Eisenkopf an. Und weiter: „Ich bin sehr froh, dass wir im Burgenland engagierte Bauern haben, die sich zusammengeschlossen haben und uns auf unserem Bioweg unterstützen. Mit der Bio-Genossenschaft geben wir Landwirten die Chance auf faire Preise, indem die Zwischenhändler ausgeschalten werden. Die Genossenschaft soll wie der Bio-Anteil des Landes mitwachsen“. Mit der Bio-Vermarktung werden drei wesentliche Punkte aus dem 12-Punkte-Plan des Landes zur Biowende abgedeckt, nämlich neue Ertragschancen für heimische Bauern zu entwickeln, eine gesunde Ernährung für unsere Kinder sicherstellen und Bio aus dem Burgenland zum Gütesiegel wird. Die neue Genossenschaft „Bioland Burgenland eGen“ wird sich über die Genossenschaftsbeiträge der Mitglieder finanzieren und seitens der Europäischen Union eine ELER-Förderung erhalten. 
 
Die „Bioland Burgenland eGen“ hat bereits acht Mitglieder, es sind dies Doris Kollar-Lackner aus Kukmirn, Dietmar Neubauer aus Oberschützen, Hans Unger aus Oberschützen, Christoph Haller aus Markt Allhau, Christoph Rosnak aus Steinberg-Dörfl, Josef Jugovich aus Schachendorf, Richard Halper von der Firma Stefri sowie Andreas Schlögl aus Oberrabnitz. Und die Genossenschaft soll auch laufend weiterwachsen, jeder Biobauer aus dem Burgenland kann Mitglied werden. 
 
24/7 Shops – Automatenshops 
In weiterer Folge wird die Vermarktungsgesellschaft auch gegenüber Endverbrauchern aktiv auftreten und mehrere 24 Stunden-Automaten-Shops im Burgenland eröffnen. Damit werden zusätzliche Ertragschancen für Biobauern eröffnet. Der erste 24 Stunden-Automaten-Shops, in dem ausschließlich Bio Produkte aus dem Burgenland angeboten werden, wird Anfang 2022 in Betrieb genommen werden. In der ersten Phase ist es das Ziel, zumindest in jedem Bezirk jeweils einen Automaten vorzufinden. Errichtet werden sollen die Automatenshops in Gemeinden, in denen kein Nahversorger vorhanden ist. 
 
Erhöhung des Bio-Anteils in Küchen des Landes und landesnaher Betriebe 
Derweilen geht die Erhöhung des Bio-Anteils in Küchen des Landes und landesnaher Betriebe weiter. Derzeit werden in Spitalsküchen bereits 48% der Lebensmitteleinkäufe bei Bioproduzenten getätigt. Zuletzt wurde das gesamte Gebäck und auch das gesamte Rindfleisch auf Bio-Qualität umgestellt, als nächstes sollen die Tiefkühlprodukte folgen. Bereits Ende 2021 werden 50% der gekauften Produkte biozertifiziert sein, bis 2024 soll der Anteil auf nahezu 100% erhöht werden. 
 
BIO-Beratungen im Land 
Auch Beratungen zum Thema „Bio“ werden künftig vom Land durchgeführt, dadurch sollen wichtige Synergien geschaffen werden. Dazu Eisenkopf: „Ich möchte eine Art „One-Stop-Shop“ in der Biolandwirtschaft positionieren. Alle notwendigen Schritte, die zur Erreichung des Zieles – Ausweitung des BIO-Flächenanteils auf 50% bis 2027 – führen, sollen demnach an einer einzigen Stelle durchgeführt werden. Bio kommt zukünftig im Burgenland „aus einer Hand“. Um die entsprechende Beratungsqualität sicherzustellen, wird das Land entsprechendes qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen. Damit sichern wir eine wohnortnahe Beratung von Nord bis Süd auch nachhaltig ab“. Mit den BIO-Beratungen vom Land wird mit 1. Juli 2021 gestartet. 
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