Landesmedienservice Burgenland

Burgenland: mit Bürgerbeteiligung Richtung Klimaneutralität bis 2030

02.06.2021
LH Doskozil: „Die Einbindung der Bevölkerung ist der Schlüssel zur Klimaneutralität. Im Burgenland erreichen wir diese 10 Jahre vor dem Bund. Alle Burgenländerinnen und Burgenländer sollen von der Energiewende profitieren“.

Das Burgenland will 2030 – 10 Jahre vor dem Bund – klimaneutral sein und damit europaweiter Vorreiter werden. Dafür forciert das Land den massiven Ausbau der Fotovoltaik. Diese ist ein zentraler Schwerpunkt der 75 Maßnahmen umfassenden Klima- und Energiestrategie des Landes. Neben der Nutzung von geeigneten Freiflächen soll der Einbau von Fotovoltaikanlagen auf Dächern von gemeindeeigenen, privaten und Firmengebäuden helfen, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Um die Bevölkerung verstärkt einzubinden, bietet die Energie Burgenland österreichweit einzigartige maßgeschneiderte Mietmodelle von PV-Anlagen, für Unternehmen auch Speicherlösungen und den Ausbau als Energiegemeinschaft an. Heute, Mittwoch, gaben Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf und Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner gemeinsam mit Energie Burgenland-Vorstand Stephan Sharma den offiziellen Startschuss für die Initiative.  
 
Alle BürgerInnen sollen von Energiewende profitieren
„Wir haben uns ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt: Das Burgenland soll bis 2030 klimaneutral sein“, betonte Landeshauptmann Doskozil. „Deshalb werden wir jetzt in den Ausbau der Fotovoltaik einsteigen. Dazu braucht es aber auch die Bevölkerung. Uns ist es wichtig, dass nicht nur Konzerne aus der Energiewende Gewinne erzielen, sondern dass alle Bürgerinnen und Bürger profitieren. Die von der Energie Burgenland angebotenen Modelle sind einzigartig in Österreich und bieten den Burgenländerinnen und Burgenländern attraktive Einstiegsmöglichkeiten in die Fotovoltaik.“
 
Neue Dynamik beim Ausbau der Fotovoltaik
Im Burgenland seien die Weichen schon vor einem Jahr gestellt worden, sagte LH-Stellvertreterin Eisenkopf. 18.000 m2 Dachflächen von landeseigenen Gebäuden seien als fotovoltaiktauglich eingestuft worden, der Ausbau gehe zügig voran. „Nach der Windkraft setzen wir jetzt mit der Fotovoltaik den nächsten Schritt. Wir haben eine neue Dynamik, wenn wir die Gemeinden und die Bevölkerung mitnehmen, so können wir die Klimaziele früher erreichen. Wir setzen dabei vor allem auf Anreize“. Dass das Interesse in großem Ausmaß vorhanden sei, habe das im Vorjahr ins Leben gerufene EFRE-Förderprogramm „Energie- und Umweltmaßnahmen für Gemeinden“ gezeigt; dabei sei die Errichtung von PV-Anlagen die am häufigsten gewählte Maßnahme gewesen.
 
Mix aus Dachflächen, bereits versiegelten und von Freiflächen notwendig
In den letzten Monaten seien die Rahmenbedingungen für die Erreichung der Klimaziele geschaffen worden – unter anderem durch das Raumplanungsgesetz. „Für den Fotovoltaikausbau reicht es nicht, nur auf einen einzelnen Bereich zu setzen“, betonte Dorner. „Wir brauchen einen sinnvollen Mix aus Dachflächen, bereits versiegelten und von Freiflächen. Wir haben landesweit 1.300 ha Flächen als geeignet eingestuft, diese durchlaufen jetzt die erforderlichen Genehmigungsverfahren“. Noch im Juni sollen diese abgeschlossen sein.
 
Ziel: Von derzeit 2 Mio. Tonnen CO2 jährlich auf Null bis 2030
Ein dieser Tage veröffentlichter Bericht der IAEO stufe Wind- und Sonnenenergie klar als die tragenden Säulen für die globale nachhaltige Energieerzeugung ein, berichtete EB-Vorstand Sharma. „Diesen Weg hat das Burgenland schon vor Jahren eingeschlagen“. Sharma sieht dabei vor allem die Energie Burgenland in der Verantwortung. Es sei verantwortungslos und nicht hinnehmbar, dass das Burgenland 50 % der benötigten Energie importiere. Das Land produziere 2 Mio. Tonnen CO2 im Jahr, bis 2030 soll dieser Wert auf Null gesenkt werden. „Dazu brauchen wir Freiflächen für Fotovoltaik ebenso wie Dächer, aber auch weiterhin die Windenergie“.  
 
Klimaschutz: so einfach wie TV-Einschalten und so billig wie ein Glas Wein
„Wir wollen, dass Klimaschutz so einfach wie Fernsehereinschalten und so billig wie ein Glas Wein ist“. Deshalb habe die Energie Burgenland auch die Weiterdenker-Initiative gestartet und maßgeschneiderte Pakete, darunter auch Mietmodelle, für Private und Unternehmen kreiert.
 
„Sonnenmax“ und „Sonnen-Marie“
Rund 23.000 PV-geeignete Dächer gibt es im Burgenland. Mit einer eigenen PV-Anlage können Hauseigentümer, Gewerbebetriebe und Dienstleister einfach und günstig in die Energiewende einsteigen und von Gratisstrom aus Sonnenenergie profitieren. „Sonnenmax“ und „Sonnen-Marie“ nennen sich die Angebote, die man ab 45 Euro im Monat sofort ohne weitere Investitionen mieten kann; nach 10 Jahren geht die Anlage ins Eigentum über. Die Tarife seien deshalb so günstig, weil das Land diese unterstütze, sagt Sharma.
 
SonnenAbo
Speziell für Nicht-Hauseigentümer wurde das „SonnenAbo“ kreiert. Dieses bucht man zum Fixpreis von 30 Euro für fünf Jahre ab dem jeweils nächsten Jänner, ohne Installation und Aufwand und hat dabei den genauen Überblick über die monatlichen Stromkosten.
 
PV für Großunternehmen
Schließlich gibt es Rundumpakete für große Unternehmen, die ihre Betriebsgebäude mit PV-Anlagen ausstatten wollen. Diese sind auf den jeweiligen Eigenbedarf optimiert, können aber mit Speicherlösungen und Direktleitungen zu benachbarten Unternehmen als Energiegemeinschaft ausgebaut und deren Ertrag bis 20 kW ins öffentliche Netz eingespeist werden.
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