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Mediziner-Nachwuchs für das Burgenland: Sechs weitere Studienplätze an DPU Krems vergeben

29.07.2021
Landeshauptmann Doskozil: „Insgesamt werden ab Herbst 18 Jung-Ärzte aus dem Burgenland für das Burgenland ausgebildet“

Ein burgenländisches Modellprojekt gegen den Ärztemangel geht heuer in sein drittes Jahr: Gemeinsam mit der Danube Private University (DPU) in Krems wird seit 2019 jährlich ein Kontingent von kostenlosen Studienplätzen für junge Burgenländerinnen und Burgenländer angeboten, die an der DPU Medizin studieren können. Nun sind die nächsten sechs Studierenden für ein Stipendium ausgewählt worden und werden im Oktober das Studium beginnen. Insgesamt sind dann damit bereits 18 angehende MedizinerInnen im Rahmen dieses Modells in Ausbildung. Sie müssen sich im Gegenzug verpflichten, nach Absolvierung ihres Studiums für mindestens fünf Jahre auf einer Kassenvertragsstelle im Burgenland zu praktizieren oder in einer der burgenländischen Krankenanstalten tätig zu sein. „Wir sorgen mit diesem Angebot dafür, Ärztinnen und Ärzte aus dem Burgenland für das Burgenland auszubilden. Das ist ein besonders wichtiger Bestandteil unseres Maßnahmenpaketes zur Absicherung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung in unserem Bundesland“, zieht Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, auf dessen Initiative das Projekt zurückgeht, eine positive Zwischenbilanz. 
 
32 AnwärterInnen haben sich heuer für ein burgenländisches Stipendium an der DPU beworben. Die sechs angehenden Jung-MedizinerInnen wurden im Rahmen eines Auswahlverfahrens aufgrund einer von der DPU ermittelten Reihung ausgewählt. Die Abwicklung und Finanzierung der Studiengebühren erfolgt durch eine interne Regelung zwischen Land und DPU – für die Studierenden fallen keine Kosten an. Sie müssen sich aber vertraglich verpflichten, nach Absolvierung ihres Studiums fünf Jahre lang den Arztberuf im Burgenland auszuüben – entweder in einer burgenländischen Krankenanstalt oder als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin bzw. als Fachärztin/Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Innere Medizin oder für Kinder- und Jugendheilkunde mit Kassenvertrag im Burgenland. 
 
Die Schaffung von Medizin-Studienplätzen sei grundsätzlich Aufgabenstellung der Bundesregierung, stellte der Landeshauptmann klar: „Wir setzen im Burgenland jedoch alle Hebel in Bewegung, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung trotz bevorstehender Pensionierungswellen weiterhin möglichst flächendeckend gewährleisten zu können.“ Vom Bund würde er sich aber mehr Kreativität in dieser gesundheitspolitischen Schlüsselfrage wünschen, so LH Doskozil: „Das Grundproblem lautet, dass viele Studierende, die von der öffentlichen Hand ein Medizinstudium finanziert bekommen, gleich nach ihrem Abschluss Österreich verlassen. Es sollte endlich darüber nachgedacht werden, wie man diese Ärztinnen und Ärzte dazu bringt, zumindest eine gewisse Zeit lang in Österreich zu praktizieren.“ 
 
Das Maßnahmenpaket des Landes umfasst außerdem Ordinationsförderungen für Allgemeinmediziner und Fachärzte. Ärztinnen und Ärzte werden bei der Gründung oder Übernahme von Ordinationen finanziell unterstützt. Der Zuschuss beträgt mindestens 20.000 Euro, kann aber – je nach Zuschlägen – auf bis zu 60.000 Euro erhöht werden. Auch für FachärztInnen stehen Förderungen von bis zu 30.000 € bereit. Weiters ermöglicht das Land kostenlose Vorbereitungskurse, monatliche Stipendien und finanzielle Beihilfen während der Turnus-Ausbildung. Im Bereich der Hebammen-Ausbildung leistet das Land durch kostenlose Vorbereitungskurse ebenfalls eine wichtige Unterstützung beim Aufnahmetest für das Studium. „Ab Herbst 2022 soll auch erstmals ein eigener Studiengang für Hebammen an der FH Burgenland angeboten werden. Die Vorarbeiten dafür laufen bereits auf Hochtouren“, so Landeshauptmann Doskozil.
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