Landesmedienservice Burgenland

Radweg im Südburgenland als perfekte Kombination aus Alltags- und touristischem Radfahren

09.08.2021
Landeshauptmann Doskozil/Landesrat Dorner: Überregionaler Vorzeigeprojekt für klimafreundliche Mobilität – Tourismus in der Region wird angekurbelt

Auf Hochtouren laufen seit Anfang Juli die Arbeiten am überregionalen Radweg im Südburgenland. Davon haben sich heute, Freitag, auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner vor Ort überzeugt. Der Radweg wird acht Gemeinden von Oberschützen bis Rechnitz miteinander verbinden und ist für den Landeshauptmann „ein perfektes Beispiel für die Kombination von Alltagsradfahren und touristischem Radfahren“. Doskozil: „Wer keine weiten Wege in die Arbeit oder zum Einkaufen zurücklegen muss, kann das in Hinkunft bequem und klimaschonend mit dem Rad machen. Und Touristen können auf der fast 22 Kilometer langen Strecke die wunderschöne Landschaft genießen und in einen Buschenschank einkehren.“ Und der Verkehrslandesrat ergänzt: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Anzahl der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt werden, zu verdoppeln. Mit Vorzeigeprojekten wie im Südburgenland setzen wir wichtige Akzente bei unserem Vorhaben und geben dem Fahrrad-Boom einen weiteren Schub.“
 
Die Errichtung des überregionalen Radwegs erfolgt parallel auf zwei Streckenabschnitten: Zum einen auf der 7,150 Kilometer langen Verbindung zwischen den Gemeinden Oberschützen, Bad Tatzmannsdorf und Oberwart, wo bereits seit Juli eifrig gebaut wird. Zum anderen werden die Gemeinden Großpetersdorf, Hannersdorf, Schandorf, Schachendorf und Rechnitz auf einer Länge von fast 14,5 Kilometer mit dem Radweg verbunden. Die Fertigstellung der insgesamt rund 22 Kilometer langen Strecke ist für Sommer 2022 geplant. Die Kosten belaufen sich auf 3.5 Mio. Euro – dafür gibt es bis zu 50 Prozent „klimaaktiv-Förderungen“ durch den Bund.
 
Bad Tatzmannsdorfs Bürgermeister Mag. Gert Polster sieht den Nutzen sowohl für den Tourismus als auch für die Einheimischen: „Es wurden viele Gäste mit der Bahn in den Kur-, Wellness- und Tourismusort gebracht. Ich hoffe und bin mir sicher, dass die Radstrecke auch vermehrt Gäste nach Bad Tatzmannsdorf bringen wird. Die Region und auch wir brauchen das Projekt und nehmen es auch dankend an. Der Radweg wird für Einheimische als auch Touristen sehr interessant sein."
Oberwarts Bürgermeister, LAbg. Georg Rosner, erläutert: „Die Strecke wurde 1902 aus der Taufe gehoben und 1903 feierlich eröffnet. Sie hatte einen wirtschaftlichen Faktor, ehe die Bahn für den Schülerverkehr genutzt wurde. In den letzten Jahren gab es hier die Nostalgiebahn. Für Oberwart ist der Radweg touristisch sehr wichtig. Das eine schließt das andere aber nicht aus. Ich hoffe, dass die Bahn auch hier von Oberwart in Richtung Wien irgendwann wieder einmal fahren kann."
Einen Mehrwert sieht auch Oberschützens Bürgermeister Hans Unger: „Wir sind der größte Schulort des Landes. Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil absolvierte in Oberschützen die Schule. Wir sind sozusagen eine Talenteschmiede", scherzte Unger, der dann aber doch noch meinte: "Es ist ein schönes Projekt, das sich entwickeln wird. Wohnprojekte, Gastronomie oder auch Naturerholungsgebiete können hier geplant oder auch verbunden werden."
 
Windradflügel werden zu einer Radfahr-Brücke
Im Zuge des Baus des Radweges wird auch ein bisher in Österreich einzigartiges Projekt umgesetzt: Es werden zwei Brücken errichtet, deren Trägerkonstruktion mehrheitlich aus zwei kompletten Windradflügeln bestehen sollen. Eine der Brücken wird die Radfahrer in Jormannsdorf sicher über die B50 führen und die zweite Brücke führt in Oberwart über den Zickenbach.
 
Das Projekt geht auf eine österreichweite Ideen-Challenge zum Thema „Re-Use“ des Innovationsteams der Energie Burgenland zurück. Konkret wurden Privatpersonen genauso wie Unternehmen aufgerufen, kreative, innovative Ideen und Konzepte zu entwickeln, die dazu beitragen, dass demontierte Windradflügel möglichst nachhaltig und im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden können. Die Woschitz Group – ein Dienstleistungs-Unternehmen im Bauwesen, mit Sitz im Burgenland sowie in Niederösterreich, Kärnten und Wien – konzipierte eine Brücke, deren Trägerkonstruktion mehrheitlich aus zwei kompletten Windradflügeln bestehen sollten. Nun wird diese Idee bei den beiden erwähnten Brücken umgesetzt.
 
„Radland Nummer 1 als Ziel“
In den letzten Jahren hat das Land gemeinsam mit vielen Gemeinden Radbasisnetze konzipiert. Daraus geht hervor, wo welche Maßnahmen gesetzt werden sollten, damit das Radfahren in den Gemeinden attraktiver und sicherer wird. 2020 und 2021 wurden gesamt 19 Projekte in 17 Gemeinden eingereicht. Die Projektsummen (Gesamtkosten) belaufen sich auf rund 6,3 Mio. Euro. Davon werden vom Land voraussichtlich aus Mitteln für den Alltagsradverkehr 1,7 Mio. Euro gefördert.
„Rund die Hälfte der Wege, die wir im Burgenland zurücklegen, sind kürzer als fünf Kilometer. Ein Teil dieser Wege kann auch ohne Auto zurückgelegt werden. Um aktive Mobilität zu forcieren, ist es daher wesentlich, die Infrastruktur in den Gemeinden gut auszubauen – um auch Anreize zu schaffen, aufs Fahrrad um- und aufzusteigen. Denn unser Ziel ist: Wir wollen das Burgenland zum Radland Nummer 1 machen“, betonen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Heinrich Dorner abschließend.
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