Landesmedienservice Burgenland

50 Jahre Joseph Haydn Konservatorium: Weichen für Zukunft als Privathochschule gestellt

29.10.2021
Erstmalige Verleihung des Joseph Haydn Preises des Konservatoriums an Maestro Adam Fischer – LH Doskozil: Konservatorium ist „Ausbildungsstätte von internationalem Format“ geworden

Anlässlich des 50-jährigen Bestandsjubiläums des Joseph Haydn Konservatoriums des Landes Burgenland luden dessen Geschäftsführer Mag. Franz Steindl und Direktor Prof. Mag. Tibor Nemeth zu einem Festakt. In diesem Rahmen überreichte Landeshauptmann Kulturreferent Hans Peter Doskozil den „Joseph Haydn Preis des Haydn Konservatoriums“ – und zwar an Adam Fischer, den Begründer der Österreichisch-Ungarischen Haydnphilharmonie. „Maestro Fischer ist eine künstlerische Ausnahmepersönlichkeit, die auch das Burgenland tief geprägt hat“, gratulierte Doskozil herzlich. Die Auszeichnung, von einer burgenländischen Künstlerin gestaltet, wurde zum ersten Mal verliehen. Die Laudatio hielt Prof. Mag. Martin Bramböck, Dekanatsleiter für Instrumentalstudien am Joseph Haydn Konservatorium und langjähriger Hornist in der Österreichisch-Ungarischen Haydnphilharmonie. „In diesem Jahrhundert ist das Haydn Konservatorium zu einer Ausbildungsstätte von internationalem Format geworden. Das war nur möglich, weil so viele ausgezeichnete Lehrende und begabte Studierende ihren ganz persönlichen Beitrag geleistet haben. Mit dem Antrag zur Akkreditierung als Privathochschule wurde bereits die nächste Weichenstellung vorbereitet. Auch eine neuerliche bauliche Erweiterung des Konservatoriums ist bereits fixiert“, betonte Doskozil in seiner Festansprache. Ihm gehe es aber auch darum, für den musikalischen Nachwuchs, der im Burgenland ausgebildet werde, zusätzliche Perspektiven zu schaffen. Daher gebe es auch erste Überlegungen zur Gründung eines eigenen Landesorchesters, die noch in dieser Legislaturperiode zu einem Ergebnis führen sollten, kündigte der Landeshauptmann an. 
 
Im Jahr 1971 wurde die seinerzeitige Landes- und Volksmusikschule Eisenstadt, deren Ursprünge bis auf das Jahr 1929 zurückgehen, auf Beschluss der Burgenländischen Landesregierung zum „Joseph-Haydn-Konservatorium für Musik und darstellende Kunst des Landes Burgenland“ erhoben. Die feierliche Eröffnung erfolgte fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 27. Oktober 1971, durch Landeshauptmann Theodor Kery und Kulturlandesrat Dr. Fred Sinowatz. 
 
Visitenkarte burgenländischer Kultur und Völkerverständigung 
In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Einrichtung zu einem musikpädagogischen Aushängeschild und kulturellen Eckpfeiler des Landes entwickelt und genießt bis heute international einen exzellenten Ruf. Josef Haydn prägt das Burgenland bis heute in besonderem Maße. Als dessen lebendiges Denkmal, sieht die Bildungseinrichtung ihre vornehmste Aufgabe in der Pflege, Forschung und Erschließung und Entwicklung seiner Kunst. Preisträger Adam Fischer wird Haydns Ausspruch „Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt“ überaus gerecht: Er gründete die Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie mit Musikern aus beiden Ländern. Seine Dankesworte widmete Fischer Haydn – und dem musikalischen Nachwuchs: „Haydn ist mein Leben und Haydn zu dirigieren ist jedes Mal auf’s neue eine Herausforderung. Ich bin froh, wenn ich junge Menschen sehe, die unsere Idee weiterführen.“ Bürgermeister Mag. Thomas Steiner betonte den hohen Stellenwert des Konservatoriums für den Bildungsstandort Eisenstadt. 
 
Bildungsstätte von internationalem Format 
Die postsekundäre Bildungseinrichtung des Landes bildet Studierende aus aller Welt aus. Dabei werden rund 300 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende aus 33 Ländern von 42 internationalen Künstlerinnen und Künstlern betreut. Das Bildungsangebot umfasst die elementare Musikerziehung und Nachwuchsförderung, die Studienzweige Konzertfach und Pädagogik sowie verschiedene Lehrgänge. 
 
Um künftigen Studierenden einen Bachelor- und Masterabschluss nach Bologna-Kriterien anbieten zu können, wird das Konservatorium in eine Hochschule überführt. Zwei Bachelorlehrgänge mit den Abschlüssen „BA in künstlerischen Studien“ und „BA in künstlerisch-pädagogischen Studien“ sowie zwei Masterstudien „MA in künstlerischen Studien“ und „MA in künstlerisch-pädagogischen Studien“ werden künftig angeboten. 
Die Studienabgänge schließen nach acht Semestern mit dem Bachelor of Arts ab und stellen eine vollständige Berufsqualifikation dar. In weiteren vier Semestern kann ein Master of Arts erlangt werden. 
 
Startschuss für Privathochschule gefallen 
Im Vorjahr, 2020, beschloss die Burgenländische Landesregierung die Ausgliederung des Haydn Konservatoriums in eine gemeinnützige GmbH und schaffte damit die rechtliche Grundlage für die Akkreditierung zu einer Privathochschule. Mit der Weiterentwicklung zu einer Privathochschule und dem Schwerpunkt „Haydn & Liszt Research“ eröffnet sich für das Burgenland die Chance, den Bildungsstandort im tertiärem Bildungsbereich noch weiter auszubauen. 
Der Hochschulstatus ermöglicht weiters neue Möglichkeiten und internationale Kooperationen. So liegt etwa eine Anfrage des Institute of Cultural and Creative Industry in Shanghai nach einer Expositur der Joseph Haydn-Hochschule vor. 
 
Uraufführung „Sauschneyder-Projekt“ & geschichtliche Aufbereitung 
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Uraufführung des eigens hierfür kreierten „Sauschneyder-Projekts“ in verschiedenen Varianten. Zudem wurde, mit der Festschrift zum Jubiläum, eine umfassende, wissenschaftlich aufbereitete Historie präsentiert.
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