Landwirtschaftskammer Burgenland: Einigung mit Land auf neuen Vertrag

Leistungsvertrag sieht statt wie bisher 2 Mio. nun 1,8 Mio. Euro vor - 700.000 Euro ausschließlich für Bio und Regionalität - Präsident Berlakovich: Schmerzhaft, aber für uns verkraftbar.

29.11.2018

Der Streit zwischen dem Land Burgenland und der Landwirtschaftskammer um die Finanzen ist beigelegt: Beide Parteien haben sich auf einen neuen Leistungsvertrag geeinigt. Statt wie bisher zwei Millionen Euro stehen der Kammer künftig 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Davon werden 700.000 Euro ausschließlich für Bio und Regionalität verwendet, teilte Finanzlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) mit.

 

Seit der Verkündung von Doskozil im September, die Landesförderungen zu kürzen bzw. die Mittel zweckgebunden nur für Beratungszwecke, die den Umstieg auf Biolandwirtschaft zum Ziel haben, vergeben zu wollen, herrschte im Land Aufregung. Das ist nun Geschichte. Sowohl Doskozil und Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) als auch Landwirtschaftskammer Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich zeigten sich bei der Präsentation am Donnerstag in Donnerskirchen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zufrieden.

 

"Es ist uns gelungen, eine Einigung zu erzielen, die aus meiner Sicht im Wesentlichen davon getragen ist, dass wir diesen Weg, dass wir das Burgenland zu einer Modellregion im Bereich der Biolandwirtschaft entwickeln wollen, gemeinsam beschreiten", meinte Doskozil. Konkret bedeute das, dass es zwei Förderbereiche geben werde: "Einen grundsätzlichen Bereich, einen Basis-Förderbereich, um Bundesmittel abzurufen, die Tätigkeiten auch in Richtung konventionelle Landwirtschaft in weiterer Folge in der gewohnten Beratungsqualität aufrecht zu erhalten". Dieser erste Fördertopf umfasst 1,1 Mio. Euro. Die 700.000 Euro des zweiten Fördertopfs sollen ausschließlich für Bio aufgewendet werden. Unterm Strich sind das 200.000 Euro weniger Geld für die Kammer.

 

"Natürlich ist das schmerzhaft für die Landwirtschaftskammer, aber es ist für uns verkraftbar", sagte Berlakovich. Die Kürzung bedeute, dass man weiter sparen und Strukturen anpassen müsse. "Aber wichtig ist: Es gibt keine Kündigung von Mitarbeitern". Denn im Raum sei laut Kammer zwischenzeitlich der Abbau von 50 Arbeitsplätzen gestanden.

 

"Es hat eine Phase gegeben, wo der Eindruck entstanden ist, dass wir nur Bio beraten dürfen und andere Betriebe nicht mehr. Das war für uns schwer zu akzeptieren", so der Präsident. Besonders wichtig sei für die Kammer gewesen, dass jene Betriebe mitgenommen werden, die den Bio-Weg noch nicht mitgehen können, dass kein Betrieb zurückgelassen werde. Dies sei nun gewährleistet.

 

Agrarlandesrätin Dunst betonte, dass es nie um Kündigungen oder einen Kahlschlag gegangen sei und die Landwirtschaftskammer ein wichtiger Partner sei. Sie zeigte Verständnis, dass die Kammer gekämpft habe.

 

"Letztendlich sehen wir diese Leistungsvereinbarung als eine Möglichkeit zum Wohl des Burgenlandes und auch zum Wohl der burgenländischen Landwirtschaft, eine Weiterentwicklung zu machen. Unsere Mitarbeiter sind bereit, dass wir in eine qualitätsvolle Beratung in Richtung Bio gehen und in Richtung dynamische Weiterentwicklung", sagte Berlakovich.

 

ska/hcg/itz

+
Video im Thema ""